Kopfstein: Ich kann es immer noch nicht fassen

Petr Kopfstein über seinen sagenhaften zweiten Platz in Chiba

Kopfstein feiert mit Muroya

Die Experten des Red Bull Air waren sich schon länger einig, dass Petr Kopfstein bald auf dem Podium stehen würde. In Chiba ist es ihm jetzt geglückt. Sein geschmeidiger Flugstil hat sich in Japan bezahlt gemacht und wurde mit Platz zwei – 0.558 Sekunden hinter dem Sieger Yoshihide Muroya – belohnt.

In Sachen Geschmeidigkeit und Präzision wurde Kopfsteins Flugstil häufig mit dem des dreimaligen Weltmeisters Paul Bonhomme verglichen, und in Chiba erntete er nun die Früchte seiner Arbeit – einfach war das jedoch nicht. In der Round of 14 musste er gegen Lokalmatador Muroya antreten und dieser erzielte eine beeindruckende Zeit von 55.590 Sekunden. Kopfstein war lediglich 0.007 Sekunden langsamer und qualifizierte sich als schnellster Verlierer der Round of 14 für die nächste Runde.

Kopfstein musste anschließend in der Round of 8 gegen Kirby Chambliss ran, der aber das G-Limit überschritt. Kopfstein musste nur noch fehlerfrei fliegen, was er ordnungsgemäß erledigte. Im Final 4 flog Kopfstein als Zweiter nach Muroya und war langsamer als der japanische Pilot. Da Matthias Dolderer und Martin Sonka noch folgten, sah es zunächst so aus, als wenn er sich mit dem vierten Platz zufrieden geben müsste. Doch beide Piloten patzten, und Kopfstein stand zum ersten Mal in seiner Master Class Karriere auf dem Podium. "Es ist wunderbar, ich kann es immer noch nicht fassen! Dass zwei Tschechen auf dem Podium stehen, ist großartig. Wir haben wirklich hart gearbeitet, um hier zu stehen, es ist unbeschreiblich", sagte Kopfstein nachdem er aus dem Flugzeug geklettert war.

"Es ist ein großartiger Erfolg für das gesamte Team. Unser Plan war es, konstante Zeiten zu fliegen, aber wir hätten nicht gedacht, dass wir auf dem Podium stehen würden. Auf der anderen Seite hatten wir heute auch ein bisschen Glück. Ich habe wirklich schöne Erinnerungen an Chiba, da ich hier vor zwei Jahren in der Challenger Class gewonnen habe", fügte er hinzu.

Der Track bürgte für die meisten Piloten des Red Bull Air Race viele Herausforderungen, aber Kopfstein hat seine Sache mit Bravour gemeistert. "Es war ein sehr technischer Track, was ich mag. Man konnte zwischen vielen verschiedenen Linien wählen, und ich wusste nicht, welche die schnellste ist, bis ich sie geflogen bin. Wir sind viel im Simulator geflogen, aber wir mussten unsere Taktik im Track noch einmal ändern, weil der Wind anders als erwartet war", erklärte Kopfstein.

Kopfstein war von seiner Podiumsplatzierung so überwältigt, dass er nicht einmal bemerkte, dass er sich auch im WM-Ranking um einige Plätze verbesserte. "Ich wusste nicht, dass ich jetzt Vierter im Weltmeisterschaftsranking bin. Wir sind sehr glücklich." Doch angesprochen auf seine Titelambitionen reagierte er zurückhaltend: "Ein Titelrennen? Ich weiß nicht. Wir sind einfach damit zufrieden, wo wir jetzt sind."