Magic Muroya über seinen doppelten Triumph

Der japanische Pilot spricht über seine Erfolgsserie

Yoshi begeistert seine Fans

Es ist angesichts des großen Medienrummels und der vielen Fans, die einem zujubeln, eher ungewöhnlich, ein Rennen in seiner Heimat zu gewinnen. Denn der Druck ist enorm groß. Aber zweimal in Folge in seinem eigenen Land zu gewinnen, ist eine beeindruckende Leistung. In der Geschichte des Red Bull Air Race konnten lediglich drei Piloten bei einem Rennen über heimischen Boden zweimal oder häufiger gewinnen – bis jetzt!

Mike Mangold (Reno 2004, San Francisco 2005) und Kirby Chambliss (San Francisco 2006, Detroit 2008) konnten jeweils zwei Rennen in ihrer Heimat gewinnen, Paul Bonhomme gelang dies sogar dreimal (Longleat 2006 und Ascot 2014 und 15). Als Yoshihide Muroya die Star/Ziellinie in Chiba am letzten Sonntag überquerte, wurde er Teil eines exklusiven Klubs, weil er einer von nunmehr nur vier Piloten ist, denen das Kunststück gelang, zweimal in ihrem eigenen Land zu gewinnen.

Muroya ist in der Form seines Lebens. Er hat zwei von drei Rennen in dieser Saison gewonnen und steht aktuell an der Spitze des WM-Rankings. Als der sichtlich gerührte Muroya am Sonntag aus dem Cockpitt kletterte, bedankte er sich direkt bei all seinen Unterstützern für seinen Triumph. "Ich möchte mich bei meinem Team, meiner Familie, den Sponsoren und den Organisatoren, die das Rennen nach Japan geholt haben, bedanken", sagte er. Dieses Heimrennen ist für Muroya von hoher Bedeutung. "Wir haben mittlerweile eine riesige Fanbase in Japan. In den letzten drei Jahren hat das beachtlich zugenommen. Man kann sagen, dass es den Druck erhöht, aber es ist gleichzeitig auch eine große Hilfe. 90.000 jubelnde Menschen sind mein Rückenwind."

Schon Paul Bonhomme sagte in der Vergangenheit, dass ein Rennen in der Heimat nicht leicht ist. Die Piloten wollen einfach nur fliegen, und nach dem Rennen stimmte Muroya dem britischen Piloten zu. "Für den Piloten ist es keine einfache Situation, zuhause zu fliegen. Wir müssen mit dem Medienrummel und den Fans zurechtkommen. Es ist ein Teil meines Jobs, aber das macht es wirklich schwer, sich zu konzentrieren. Wie auch immer, ich habe es geschafft und weiß, wie es mir gelungen ist. Wir sind also gewappnet für das nächste Jahr", erkläre Muroya.

Muroya steht mit 30 Punkten aktuell an der Spitze der Gesamtwertung. Martin Sonka hat ebenfalls 30 Punkte, rangiert aber auf dem zweiten Platz, weil er in dieser Saison bisher nur einen Sieg einfliegen konnte. Der amtierende Weltmeister, Matthias Dolderer, liegt mit sieben Punkten Rückstand auf Rang drei. Das letzte Mal, dass zwei Piloten nach drei Rennen auf dem gleichen Platz standen, war vor drei Jahren. Paul Bonhomme war der Führende, Matt Hall lag dahinter auf dem zweiten Platz –beide mit jeweils 25 Punkten. "Natürlich liegen noch fünf Rennen vor uns, es gibt also noch viele Punkte zu holen. Wir sind gerade einmal in die Saison gestartet, aber wenn wir mit dieser Geschwindigkeit weitermachen und bei jedem Rennen im Final 4 stehen, haben wir am Ende der Saison eine gute Ausgangslage. Es ist unser Ziel, bei jedem Rennen konstant zu sein", erklärte Muroya.

"Ich glaube, dass ich Weltmeister werden kann. Ich werde einfach weiter trainieren und fliegen. Wir werden unsere Taktik nicht ändern. Vielleicht klappt es schon in diesem Jahr, ansonsten werden wir im nächsten Jahr wieder angreifen. Ich werde nicht aufhören bevor ich Weltmeister bin", so Muroya abschließend.